Die Vorwürfe an Mappus (CDU) betreffen eine milliardenschwere Transaktion, die sein Kabinett Ende 2010, kurz vor der Landtagswahl eintütete: den Einstieg Baden-Württembergs beim Energiekonzern ENBW. Abgesehen vom schlechten Timing – kurz vor Fukushima kauft das Land schnell ein paar Atomkraftwerke – und abgesehen von ordnungspolitischen Bedenken – wieso will der Staat Strom verkaufen? -, war das Prozedere verfassungswidrig. Mappus’ Regierung habe das Parlament zu spät beteiligt, urteilte der Staatsgerichtshof.
Seither prasseln auf Mappus ständig neue Vorwürfe hernieder. Die Staatsanwälte horchen auf, der Rechnungshof nimmt den Kauf unter die Lupe, die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses wird diskutiert. Mappus habe einem befreundeten Investmentbanker ohne Ausschreibung Aufträge zugeschanzt, zetert die neue Regierung, niemand habe dabei die Bücher geprüft, alle Akten seien verschwunden, der Deal zu teuer, die Anwälte zu schlampig gewesen. ….
Merck vor Mappus?
„Merck kommt vor Mappus“, dachte sich aber vielleicht mancher Vorstand oder Aufsichtsrat in Darmstadt in letzter Zeit. Schon die Ankunft des Politikers ging nicht widerstandsfrei über die Bühne. Als die Wechselgerüchte im Juli bestätigte wurden, grummelte die Belegschaft. Merck-Mitarbeiter diktierten dem Betriebsrat Fragen an die Geschäftsführung, zu verlesen auf der Betriebsversammlung: Warum setzt man einen Ex-Politiker ohne Fachkenntnis und Auslandserfahrung auf diesen Posten?
… ein Auszug aus einem online Artikel vom 26.11.2011 in der FAZ: http://bit.ly/td8ctD
…. und ein zum Artikel gehörender Kommentar von Wolf Bütow – 26.11.2011 22:44 Uhr
Wir können nichts außerhalb vom BaWü.
Mappus ist für mich Baden-Württemberg von seiner unangenehmen Seite: hochgradig einseitig, eingebildet und provinziell. Denn Stuttgart ist NICHT der Nabel der Welt. War Späth noch das “Cleverle”, Teufel das “Biederle”, würde zu Mappus am besten “Bulldozerle” passen, aber vor dem Hintergrund seiner EnBW-Machenschaften ist die schwäbische Verniedluchungsform eigentlich eher ungeeignet. Dass jemand wie Mappus eine weltweit agierende Firma wie Merck im Ausland repräsentieren können soll, ist eine sehr merkwürdige Idee. Mappus ist daran gescheitert, dass er dachte, dass er zu Hause – von hochdeutsch abgesehen – alles (machen) könnte. So etwas ist kein Exportschlager, und schon gar nicht für Brasilien, das mit BaWü nun wirklich nur den ersten Buchstaben gemeinsam hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer wie Mappus außerhalb von BaWü irgendetwas zustande bringen wird, von hochdeutsch mal ganz abgesehen.